Lehrgrabungen
Unter der fachkundigen Anleitung eines Archäologen/einer Archäologin veranstaltet die Gesellschaft für Archäologie seit 2004 jährlich ein bis zwei Lehrgrabungen.Vornehmliches Ziel es ist, dem interessierten Laien die Bandbreite der archäologischen Grabungsmethoden vom Vermessen über das Ausgraben bis hin zur Fundbearbeitung und Dokumentation näher zu bringen. Auch bekommen die Teilnehmer Einblicke in Themen und Problematiken der archäologischen Denkmalpflege.
Die Lehrgrabungen werden ergänzt durch Vorträge zu aktuellen archäologischen Themen, Exkursionen zu regionalen Denkmalen sowie Ausstellungsbesuchen und wenn möglich, Führungen durch parallel stattfindende Grabungen im Umland. Und natürlich darf ein Grabungsfest am Ende der Veranstaltung nicht fehlen.
Aktuelle Lehrgrabungen
Derzeit finden keine Lehrgrabungen der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. statt.Abgeschlossene Lehrgrabungen
2012, Keltische Viereckschanze von Oberschneiding, Lkr Straubing-Bogen
2011, Früheste Besiedlung in Ingolstadt-Schmidtmühle
Unter der Leitung von Dr. Magnus Wintergerst fand im August die Lehrgrabung in Kooperation mit dem dortigen Historischen Verein und Dr. Gerd Riedel statt. Erforscht wurden die frühesten Siedlungsspuren aus der karolingischen Zeit. Dr. G. Riedel und Dr. Magnus Wintergerst präsentierten die beachtlichen Ergebnisse der Lehrgrabung in Ingolstadt-Schmidtmühle in einem Vortrag auf dem "30. Niederbayerischer Archäologentag" in Parsberg.2010, Frühmittelalterliche Handwerkersiedlung in Wehringen bei Augsburg
Im August bestand die Möglichkeit, an einer Lehrgrabung im Bereich der frühmittelalterlichen Handwerkersiedlung von Wehringen im Landkreis Augsburg teilzunehmen. Die Grabungsleitung übernahm Herr Prof. Dr. Bernd Päffgen.2009, Mittelalterliche Lehrgrabung in Ingolstadt
In Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Ingolstadt (Dr. Riedel) wurde diese Lehrgrabung im September angeboten. Es wurden mittelalterliche Siedlungs- und Grabbefunde untersucht, die mit einer Wüstung in Zusammenhang stehen.2009, Römische Lehrgrabung in Straubing
Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Thomas Fischer (Universität Köln) fanden im August Ausgrabungen im Bereich eines römischen Badegebäudes statt. Die Grabungsmannschaft bestand aus archäologischen Fachstudenten. Die örtliche Grabungsleitung hatte Frau Dr. Constanze Höpken.Ein detaillierter Bericht über die Lehrgrabung ist veröffentlicht in:
Fischer, T., Höpken, S., Kirch, F., Römerpark Straubing: Fortführung einer Lehrgrabung im Südvicus von Sorviodurum, "Das Archäologische Jahr in Bayern 2009", 103-105.
2008, Frühmittelalterliche Siedlung in Wehringen bei Augsburg
In der Zeit vom 04. bis 22. August 2008 fand die Lehrgrabung im Rahmen einer Forschungsgrabung unter der Leitung des Vorsitzenden Prof. Dr. Bernd Päffgen statt.Hier finden Sie noch eine kleine Beschreibung und Bildauswahl unserer Grabung.
2007, Neolithisches Feuersteinbergwerk in Arnhofen
In der Zeit von Mitte Juli bis Mitte August 2007 fand eine sehr erfolgreiche Lehrgrabung in Verbindung mit der Kreisarchäologie Kelheim (Prof. Dr. M. Rind) und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege statt.Über den Fundplatz finden sich in "Das Archäologischen Jahr in Bayern" mehrfach Berichte (z.B. 2000, S. 21–25).
2006, Burgruine Raueneck, Ebern/Lkr. Haßfurt
In Zusammenarbeit mit dem Referat Oberfranken/Unterfranken des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dienststellt Würzburg, dem Landkreis Haßberge und dem Büro für Burgenforschung Dr. Joachim Zeune fand auf Burg Raueneck, Lkr. Haßberge bei der Stadt Ebern Mitte Juli 2006 eine zweiwöchige burgenkundliche Lehrgrabung des Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. statt.Schwerpunkte waren die Burgen- und Bauforschung, Bauarchäologie und Burgensanierung.
Hier können Sie sich noch eine kleine Bildauswahl unserer "Burgengrabung" ansehen.
Ein detaillierter Bericht über die Lehrgrabung ist veröffentlicht in:
Zeune, J., Burgenkundliche Lehrgrabung auf der Ruine Raueneck, "Das Archäologische Jahr in Bayern 2006", 145-147.
2006, Lehrgrabung Ingolstadt
Der Historische Verein Ingolstadt e.V. führte in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. und dem Referat Oberbayern des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dienststelle Ingolstadt von Mitte August bis Mitte September 2006 eine Lehrgrabung durch.Die Grabung war eingebunden in das Projekt "Ingoldesstat-finden", bei dem anlässlich des Stadtjubiläums 2006 versucht wurde, Laien an der Arbeit der Historiker und Archäologen zu beteiligen.
Techniken des Grabungshandwerks, ebenso das Erkennen und Differenzieren von Bodenschichten sowie das Bestimmen von Funden waren Schwerpunkte der Lehrgrabung.
Ein detaillierter Bericht über die Lehrgrabung ist veröffentlicht in:
Wintergerst, M., Die Lehrgrabung Ingolstadt-Schmidtmühle, "Das Archäologische Jahr in Bayern 2006", 147-150.
2005, Römerkastell Ruffenhofen
Die Lehrgrabung fand Mitte Juli bis Mitte August 2005 im mittelfränkischen Ruffenhofen statt. Es handelt sich hier um einen der schönsten und eindruckvollsten Kastellplätze am ganzen Limes, in wunderbarer Landschaft und mit einer spannenden archälogischen Fragestellung (vgl. die letzten Jahrgänge in „Das Arächologischen Jahr in Bayern").Die Grabung stand unter der Leitung der Archäologen des Zweckverbandes „Römerkastell Ruffenhofen", Dr. Matthias Pausch und Edgar Weinlich M.A. Die Gesellschaft und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ergänzten die Veranstaltung mit einem interessantes Rahmenprogramm.
Ein detaillierter Bericht über die Lehrgrabung ist veröffentlicht in:
Weinlich, E., Pausch, M., Forschungs- und Lehrgrabung im Römerkastell Ruffenhofen 2005,
"Das Archäologische Jahr in Bayern 2005", 91-93.
Hier finden Sie noch eine kleine Beschreibung und Bildauswahl unserer Grabung.
2005, Schulgrabung in Altdorf bei Landshut
Unser Pressereferent Markus Tremmel schrieb hierzu:"Tausende Jahre Vergangenheit liegen oft nur ein paar Zentimeter unter der Grasnarbe versteckt. Wer lernen und begreifen will, der kann das ab sofort in Altdorf bei Landshut tun. Schulklassen sind noch bis zum Schuljahresende eingeladen, an einer archäologischen Grabung teilzunehmen - auf äußerst geschichtsträchtigem Boden. Denn dort, wo unter Anleitung von Frau Monika Weigl der Boden bereits 20 Zentimeter abgetragen worden ist, wurde vor einem halben Jahr das Grab einer Frau aus der Jungsteinzeit geborgen.
Jetzt wird das Areal, das später unter einer Umgehungsstraße verschwinden wird, systematisch untersucht. Die ideale Gelegenheit also, um spannende Archäologie und Schule zusammenzubringen, so wie das im Weißenburger Memorandum der Gesellschaft formuliert ist. „Es kann jede Schulart zu uns kommen und mitgraben", sagt die Kreisheimatpflegerin Monika Weigl, die die vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege begleitete Grabung vor Ort leitet, unterstützt vom „Archäologischen Verein Stadt und Landkreis Landshut"."
2004, Römisches Gräberfeld, Niedererlbach
Anfang August bis Mitte September 2004 fand in Niedererlbach in der Nähe von Landshut unter der Leitung von Frau Dr. Andrea Faber die Lehrgrabung statt. Ziel war die abschließende Untersuchung eines römischen Brandgräberfeldes, das 1980 und 2001 schon teiluntersucht wurde (s.h. Das Archäologisches Jahr in Bayern, 1980, S. 140 ff. und 2001, S. 87 ff.). Dabei wurden ca. 35 Brandgräber und die Reste eines großen römischen Grabdenkmals aufgedeckt.Ein detaillierter Bericht über die Lehrgrabung ist veröffentlicht in:
Faber, A., Koch, H., Lehrgrabung im römischen Gräberfeld von Niedererlbach,
"Das Archäologische Jahr in Bayern 2004", 94-96.
2003, Bronzezeitliches Gräberfeld, Finstermühle/Neuhaus
Die erste Lehrgrabung der Gesellschaft für Archäologie in Bayern fand unter fachkundiger Leitung von Friedrich Loré M.A. (Archaios) Ende Juli bis Anfang September 2003 in Finstermühle bei Neuhaus statt.Vermessen, gegraben und dokumentiert wurden mehrere von der landwirtschaftlichen Tätigkeit akut bedrohten Grabhügel. Teil der Grabung waren u.a. Exkursionen zu archäologischen Denkmälern der Umgebung und Besuch der Sonderausstellung "Gold und Kult der Bronzezeit" in Nürnberg, sowie eine spannende Führung durch die Restaurierungswerkstätten der NHG Nürnberg.
Ein detaillierter Bericht über die Lehrgrabung ist veröffentlicht in:
Loré, F., Hallstatt- und Latènezeit in Finstermühle, "Das Archäologische Jahr in Bayern 2003", 61-63.
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