Vereine, Arbeitskreise, Heimatpflege

 

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Ehrenamtliches Engagement

Die Mehrzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter engagieren sich als Einzelpersonen oder sind in archäologischen und historischen Vereinen, in Arbeitskreisen oder Arbeitsgruppen zusammengeschlossen und organisiert. Nur im Rahmen der Heimatpflege ist ehrenamtliche Mitarbeit institutionalisiert.

Traditionelle Arbeitsbereiche von Ehrenamtlichen sind Prospektion, Denkmalerkundung und –erfassung, Baustellenbeobachtung, Denkmalkontrolle, Mitarbeit bei Ausgrabungen und Archivierung. Nicht zuletzt liefern sie wertvolle Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit in Museen, Schulen und der Erwachsenenbildung.

Die Arbeit der ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeiter ist unverzichtbar im Bemühen um den Schutz der archäologischen Funde und Befunde und die Erhaltung von Bodendenkmälern. Insbesondere auch die erstrebte flächendeckende Erfassung der Bodendenkmäler ist ohne einen kontinuierlichen Beitrag der Ehrenamtlichen und deren Denkmalkenntnis nur schwer vorstellbar. Der personelle und finanzielle Abbau in den Bayerischen Landesämtern und Kreisarchäologien hat zusätzlich zu einer starken Verunsicherung geführt.

Viele würden sich auch gerne mehr engagieren, müssen sich aber erst noch über Möglichkeiten für eine sinnvolle Mitarbeit orientieren. Die Gesellschaft für Archäologie will ehrenamtliches Engagement fördern und stärken und den Ehrenamtlichen unterstützend zur Seite stehen.

Seit 01. September 2009 wird ehrenamtliches Engagement in einem zweijährigen Modellprojekt "Archäologie und Ehrenamt" unterstützt. Dazu stehen zwei Wissenschaftler als Betreuer für alle ehrenamtlichen Belange und Projekte zur Verfügung. Finanziell unterstützt werden Aus- und Weiterbildung, Betreuung und Projekte der Ehrenamtlichen. Alle Informationen finden Sie hier...


Dass die große Bedeutung dieses Engagements auch von verantwortlicher Stelle anerkennend gewürdigt wird, mögen zwei Zitate aus dem Vorwort der Jahresbandes „Das archäologische Jahr in Bayern“ veranschaulichen:

„… erinnern wir uns insbesondere dankbar an die zahlreichen Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege….Es sind dies aber auch die zahlreichen Ehrenamtlichen, die direkt und indirekt vieles ermöglichen und erledigen, was von der „berufenen“ Seite nicht geleistet werden kann…. auch die Leiter und Mitglieder der archäologischen Arbeitskreise und Vereine, die in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, erfreulicherweise auch immer mehr unter professioneller Anleitung, Notbergungen, kleinere Rettungsgrabungen und zusätzliche Untersuchungen vornehmen…Über ihre Mitglieder und Informationsveranstaltungen tragen die Vereine archäologisches Wissen und denkmalpflegerisches Interesse vermittelnd weiter…“ (1)

„…Deutlich wird einmal mehr, daß es in der Archäologie auf Zusammenarbeit ankommt. Auf das Zusammenspiel von Professionellen der verschiedensten Disziplinen, die vor allem in der Ausführung und der Weiterbearbeitung tätig sind, mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, die nicht nur als verlängerter Arm vor Ort viele Fundstellen entdecken, melden und so die Maßnahmen auslösen, sondern auch unterstützend, in ausgewählten Fällen unter entsprechender fachlicher Anleitung diese auch selbst abwickeln und durchaus schreibend in Erscheinung treten. Ohne die Vielzahl der durch unsere Mitarbeiter ohne Eigeninteresse zusammengetragenen Erkenntnisse könnte keine planmäßige und konsequente Bodendenkmalpflege stattfinden….“ (2)


An dieser Stelle möchten auch wir uns in aller Deutlichkeit von den Auswüchsen der Raubgräberei distanzieren. Abgesehen von den unwiederbringlichen Verlusten an historisch bedeutenden Funden und Befunden wird dadurch - leider nicht selten - auch der Ruf aller verantwortlich handelnden Ehrenamtlichen ungerechtfertigt in Mitleidenschaft gezogen.



Quellen:
(1) Greipl, Prof. Dr. E. J., Sommer, Dr. C. S. & Bender, Prof. Dr. H., „Das Archäologische Jahr in Bayern“, 2004, 9
(2) Greipl, Prof. Dr. E. J., Sommer, Dr. C. S. & Bender, Prof. Dr. H., „Das Archäologische Jahr in Bayern“, 2005, 9